Carina Großer-Kaya & Monika Kubrova: „…die DDR schien mir eine Verheißung.“ Migrantinnen und Migranten in der DDR und in Ostdeutschland

1. Auflage 2022, 126 Seiten, 22,6 x 21 cm, Broschur, herausgegeben von dem Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e. V., mit 16 Fotografien von Mahmoud Dabdoub

Die Biographien geben Einblicke in die Erfahrungen von Frauen und Männern, die aus unterschiedlichen Gründen in die DDR kamen und nach der Wiedervereinigung in Ostdeutschland geblieben sind. Sie erzählen aus bisher wenig berücksichtigter Perspektive vom migrantischen Alltag im Sozialismus und davon, mit welchen Konflikten Menschen nicht-deutscher Herkunft in Wende- und Nachwendezeiten zu kämpfen hatten und welche Lösungen sie fanden, um ein gelingendes Leben in der neuen Bundesrepublik zu führen.

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Beschreibung

Mi*Storys Ziele:

Mi*story hat das Ziel, Erfahrungen und Erlebnisse von Zeitzeug*innen mit Migrationsgeschichte sichtbarer zu machen. Persönliche Geschichten aus den 1980er, 1990er Jahren  und darüber hinaus werden in die Gegenwart gebracht, um das Leben in Ostdeutschland aus der Perspektive von Migrant*innen zu präsentieren. Damit wird der Beitrag dieser Gruppe an zeithistorischen Ereignissen hervorgehoben sowie ihre Lebensleistungen wertgeschätzt und anerkannt. Die Zeitzeug*innen bringen sich mit ihren Biographien in die politische Erwachsenenbildung ein und machen mit ihren persönlichen Erfahrungen und Geschichten anderen Migrant*innen Mut, ihr Leben selbst zu gestalten.

Hintergründe:

Die Geschichte und Geschichten von Migrant*innen in der DDR und in Ostdeutschland wurden lange Zeit in der öffentlichen Wahrnehmung und der Forschung ausgeblendet. Darum interessiert sich Mi*story dafür, wie Migrant*innen, z. B. ehemalige Vertragsarbeiter*innen oder Studierende, ihr vergangenes und gegenwärtiges Leben wahrnehmen, deuten und reflektieren. Wir fragen, warum sie trotz Ausgrenzungen und Rassismus in den ostdeutschen Bundesländern geblieben sind, welche Bindungen existierten und weiter bestehen, die ein Bleiben nicht nur rechtfertigen, sondern Optionen für ein gelingendes Leben bereithalten. Wir gehen davon aus, dass biografische Arbeit und das Erzählen der eigenen Geschichte Menschen ermächtigt, ihre Stärken und Fähigkeiten zu erkennen und als Orientierung an andere zu vermitteln. Damit wird Integration als Teilhabe von Migrant*innen in Ostdeutschland erfahrbar und gezeigt, wie Migrant*innen das öffentliche Leben in Ostdeutschland wahrnehmen und aktiv mitgestalten.

Inhalte:

Im Projekt werden Zeitzeug*innen ausgebildet, die in der politischen Erwachsenenbildung tätig sein werden. Dies sind Menschen, die in der DDR gelebt haben oder in den 1990er Jahren in die ostdeutschen Bundesländer gekommen und geblieben sind. Mi*story führt Interviews mit den Zeitzeug*innen und veranstaltet gemeinsam mit ihnen Erzählcafés und weitere Veranstaltungen, in denen es um ihre Erfahrungen und Erlebnisse geht. Damit wendet sich das Projekt an verschiedene Zielgruppen wie Schüler*innen und Jugendliche, Migrant*innen, gebürtige Ostdeutsche mit und ohne Migrationshintergrund. Im Laufe des Projekts werden Dokumentationen in Form von Film und Buch über die Zeitzeug*innen, ihre Lebensgeschichten und die Projektveranstaltungen entstehen.

Herausgeber

Carina Großer-Kaya hat sich im Studium mit sozialgeographischen und migrationssoziologischen Fragestellungen befasst und sich auf interpretative Methoden der Sozialforschung spezialisiert. In ihrer Promotion hat sie zu Arbeitsbiographien und Identitätskonstruktionen türkeistämmiger Männer geforscht. Sie ist als Lehrbeauftragte an Hochschulen und als freie Dozentin für interkulturelle Kommunikation, Mehrsprachigkeit und Diversity tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Migration, Bildung und soziale Ungleichheiten. Seit 2017 arbeitet sie beim. Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e. V. zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten in Sachsen-Anhalt und seit März 2020 im Projekt Mi*story.

Monika Kubrova studierte Geschichte und germanistische Literaturwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wit-tenberg. Sie ist promovierte Historikerin und thematisierte in ihrer Dissertation Selbstpräsentationen adeliger Frauen im Medium der Autobiographik um 1900. In Forschung und Lehre setzte sie sich mit Fragen des Elitenwandels und des Formwandels der Bürgergesellschaft in der Moderne auseinander. Ihre Schwerpunkte lagen in der historischen Adelsforschung und
der Frauen- und Geschlechtergeschichte. Seit 2015 arbeitet sie als Mitarbeiterin im Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e. V. und bringt in das Projekt Mi*story ihre Erfahrungen als Historikerin ein.

Bibliographische Daten

1. Auflage 2022, 126 Seiten, 22,6 x 21 cm, Broschur, herausgegeben von dem Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e. V., mit 16 Fotografien von Mahmoud Dabdoub
Euro 18,00 €
ISBN 978-3-948052-18-8
9783948052188

Weiterführende Links

Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland DaMOst e.V.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,700 kg
Größe 22,6 × 21 cm
ISBN

978-3-948052-18-8